Welches Pensionskassenmodell für die Vorsorge der Arbeitnehmer?

09. Februar 2025 | Kommentar(e) |

David Charles

Sie sind ein KMU oder ein Grossunternehmen und suchen nach der besten Vorsorgelösung für Ihre Arbeitnehmer? Oder möchten Sie einfach mehr über die verschiedenen Arten von Vorsorgeeinrichtungen erfahren? Autonome Vorsorgeeinrichtung, Sammel- oder Gemeinschaftsstiftung: Tour d'Horizon über die verschiedenen Pensionskassen und die Lösungen, die Unternehmen für ihre Personalvorsorge zur Verfügung stehen.

Die verschiedenen Arten von Pensionskassen

In der Schweiz sind Unternehmen gemäss Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) an Pensionskassen angeschlossen, damit die Arbeitnehmer im Rentenalter ihren gewohnten Lebensstandard beibehalten können. Landesweit gibt es rund 1’400 Pensionskassen, die in der zweiten Säule tätig sind und in verschiedene Typen unterteilt werden können.

Die Zahl: 98 % der Unternehmen in der Schweiz sind einer Vorsorgeeinrichtung in Form einer Sammelstiftung angeschlossen.

Für Unternehmen ist es wichtig, die richtige Struktur für die berufliche Vorsorge ihrer Mitarbeitenden zu wählen. Die verschiedenen Lösungen weisen zwar aufgrund des gesetzlichen Rahmens über die berufliche Vorsorge in der Schweiz Gemeinsamkeiten auf, bieten aber auch ihre eigenen Vorteile, die abhängig von der Art des beitretenden Unternehmens zu berücksichtigen sind. Ein Überblick:

Autonome Stiftungen

femme serrant la main, prévoyance professionnelle

Autonome Stiftungen sind eigene Vorsorgeeinrichtungen von Unternehmen, die ausschliesslich den Angestellten zugänglich sind und die alle versicherungstechnischen Risiken (Alter, Tod und Invalidität) selber tragen. Autonome Pensionskassen machen etwa 36 % der Strukturen in der Schweiz aus.

Diese Vorsorgeform bietet den Unternehmen den höchsten Grad an Autonomie, so dass sie den Umwandlungssatz, Anlagestrategien, Verzinsung der Altersguthaben und die Verteilung möglicher Überschüsse selber bestimmen können. Die Verwaltung einer solchen Pensionskasse erfordert Zeit und ein hohes Mass an Kompetenz.

Teilautonome Stiftungen

Teilautonome Pensionskassen sind ebenfalls Vorsorgewerke, die von Unternehmen für ihre Mitarbeiter gegründet werden und die die Anlagen verwalten. Die Risiken Tod und Invalidität werden jedoch ganz oder teilweise bei einer Versicherungsgesellschaft abgedeckt. 57 % der Schweizer Pensionskassen sind teilautonome Stiftungen. Sie eignen sich vor allem für grosse Unternehmen, die eine unabhängige und massgeschneiderte Verwaltung der Personalvorsorge wünschen und die Risiken auslagern möchten.

Sammelstiftungen

Sammelstiftungen sind Vorsorgewerke mit mehreren angeschlossenen Arbeitgebern, wobei diese aber keine Solidaritätsgemeinschaft bilden. Mit dieser Lösung können die Arbeitgeber eine teilautonome Form der Pensionskasse innerhalb einer bestehenden Struktur schaffen. Je nach Art der Sammelkassen und den Merkmalen der Unternehmen sind verschiedene Autonomiegrade möglich. Der Hauptnutzen liegt in der Zusammenlegung und Optimierung der Fixkosten, primär der Verwaltungskosten, aber oft auch der Kapitalanlagen. Obwohl Sammelstiftungen landesweit 3,5 % der Vorsorgeeinrichtungen ausmachen, entscheiden sich fast alle Schweizer Unternehmen (98 %) für diese Lösung zur Verwaltung der Vorsorge ihrer Arbeitnehmer. Innerhalb dieser Vorsorgestiftungen gibt es:

  • Strukturen mit individuellen Anlagestrategien für jeden Versicherten (Wahl der Anlagestrategie, allgemein bekannt als «1e-Plan»)
     
  • Strukturen, die unternehmensbasierte Anlagen anbieten, d. h. jeder Arbeitgeber legt seine eigene Anlagestrategie, die technischen Parameter und seinen eigenen Deckungsgrad fest
     
  • Lösungen, die mit kollektiven Kapitalanlagen für alle angeschlossenen Unternehmen funktionieren (Sammelstiftungen, die als Gemeinschaftsstiftungen organisiert sind).


    Sammelstiftungen sind für kleine, mittlere und grosse Unternehmen gleichermassen geeignet. Vor allem aber für diejenigen, die Sicherheit, Autonomie, Kostenpooling und die Übertragung von Kompetenzen an den Stiftungsrat wünschen.

Gemeinschaftsstiftungen

Gemeinschaftsstiftungen sind ähnlich wie Sammelstiftungen, basieren jedoch auf der Solidarität zwischen den Arbeitgebern, die ihnen beitreten. Die Anlagestrategie und der Umwandlungssatz sind für alle angeschlossenen Unternehmen einheitlich. Dennoch kann jedes angeschlossene Unternehmen seinen eigenen Vorsorgeplan festlegen.

Die Gemeinschaftsstiftung eignet sich besonders für KMUs, da diese von der Solidarität zwischen den angeschlossenen Arbeitgebern profitieren (gemeinsame Buchhaltung und Vermögen) und somit von einer einheitlichen Anlagestrategie für alle begünstigt werden. Die wichtigsten Vorteile sind die Skaleneffekte, die Risikostreuung und die generelle Solidität.

Stiftungen mit Vollversicherung

Bei Sammel- oder Gemeinschaftsstiftungen mit Vollversicherung werden sämtliche Risiken von einer Versicherungsgesellschaft rückgedeckt. Dadurch liegt der Deckungsgrad konstant bei 100 %. Die Kosten dieser Sicherheit äussern sich in niedrigen Umwandlungssätzen, hohen Risikoprämien und geringen Zinserwartungen zugunsten der Versicherten. Sammel- oder Gemeinschaftseinrichtungen mit Vollversicherung sind daher eine Lösung für weniger risikofreudige Arbeitgeber.

Der Nachteil dieser Lösung ist, dass der Versicherer die von ihm getragenen Risiken begrenzen muss, indem er eine risikoarme Asset Allocation wählt, was die Rendite auf den Sparkonten der Versicherten erheblich reduziert.

Öffentlich-rechtliche Vorsorgeeinrichtungen

Im öffentlichen Sektor sind es öffentlich-rechtliche Einrichtungen, die die Vorsorge der Arbeitnehmer verwalten. So sind beispielsweise kommunale oder kantonale Einrichtungen automatisch öffentlichen Vorsorgestrukturen angeschlossen.

Welche Vorteile ergeben sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

Eine attraktive BVG-Strategie ist sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer vorteilhaft.

Für Arbeitgeber kann ein guter Plan für die berufliche Vorsorge insbesondere Talente binden und das Image des Unternehmens stärken, z. B. durch bessere Leistungen (überobligatorischer Teil).

Für Arbeitnehmer bedeuten attraktive BVG-Leistungen des Unternehmens eine gewisse finanzielle Sicherheit im Rentenalter, aber auch Absicherung bei Invalidität und Tod.

Wie die berufliche Vorsorge für seine Mitarbeiter umsetzen?

femme et homme en séance dans une institution de prévoyance

In der Schweiz umfasst die Implementierung von Lösungen für die berufliche Vorsorge (BVG) für die Mitarbeiter mehrere wichtige Schritte. Diese stellen sicher, dass das gewählte System die gesetzlichen, finanziellen und menschlichen Erwartungen des Unternehmens erfüllt. Jedes Unternehmen bestimmt selbst, welche Vorsorgelösung seinen Ansprüchen und Merkmalen am besten entspricht.

  1. Evaluieren der Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Mitarbeiter (Mitarbeiterprofil, Finanzkraft des Unternehmens und soziale Ziele)
     
  2. Wahl der Vorsorgeeinrichtung (Gemeinschafts-, Sammel- oder autonome Stiftungen) unter Berücksichtigung der finanziellen Stabilität und der Leistungsfähigkeit der Struktur, der Verwaltungs- und Betriebskosten sowie der Qualität der angebotenen Leistungen
     
  3. Aufnahme und administrative Verwaltung, welche die Formalitäten der Registrierung bei einer Pensionskasse, den Beitritt zum Beitragsverwaltungssystem und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen umfassen.
     
  4. Nach dem Beitritt Information an die Mitarbeiter. Diese Phase umfasst eine transparente Information über die berufliche Vorsorge der Pensionskasse (Umfang der Vorsorge, Beiträge, verschiedene Leistungen) sowie die Begleitung der Mitarbeiter (überobligatorische Optionen und Einkäufe in die zweite Säule).

Vorsorgeversicherung für Unternehmen bei der Groupe Mutuel

Die Groupe Mutuel ist seit 1985 im Bereich der beruflichen Vorsorge tätig und bietet Unternehmen eine umfassende Palette an Lösungen.

Der Anschluss an eine Sammelstiftung bietet die Freiheit einer teilautonomen Lösung für Unternehmen, wobei die Verantwortung an den Stiftungsrat der Sammelstiftung Groupe Mutuel delegiert wird. Diese Lösung richtet sich in erster Linie an grosse Unternehmen, die bezüglich Personalvorsorge mehr Autonomie wünschen, sowie an Unternehmen, die bereits über eine bestehende Stiftung verfügen und die Verantwortlichkeiten ihrer Führungsorgane reduzieren sowie Kosten poolen möchten.

Mit einem Beitritt zur Gemeinschaftskasse Groupe Mutuel Vorsorge-GMP profitieren KMUs von einer bewährten Struktur. Mehr als 3’000 Unternehmen vertrauen uns, um die Zukunft ihrer Angestellten zu sichern. Das sind nahezu 30'000 aktive Versicherte und Rentenbezüger.

Am 31. Dezember 2024 liegt der geschätzte Deckungsgrad vor Geschäftsabschluss bei 113,2 %, die Anlageperformance bei 7,8 % und die Verzinsung der Guthaben für das vergangene Jahr bei 3,25 %. Die durchschnittliche Verzinsung über 10 Jahre (2015 bis 2024) beträgt 2,80 %. Der Umwandlungssatz beträgt 5,6 % auf das gesamte Altersguthaben für Renteneintritte in den Jahren 2025 und 2026 (M/W 65 Jahre). Nach den ESG (Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien) wurde das Gesamtportfolio der Investitionen von der externen Firma Conser AG mit A- (Skala von A+ bis D) bewertet, was ein ausgezeichnetes Ergebnis ist.

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Leiter Business Development BVG Romandie

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